Loslassen, um Neuem Platz zu schaffen

Ganz wie die Natur, unterliegen auch wir diesem natürlichen Vorgang

Ich weiss, in solch einem Prozess wird viel von dir verlangt. Du wirst regelrecht auf die Probe gestellt und denkst dir oft, was soll denn der „Sch…“ schon wieder. Oh ja ich kenne das nur zur Genüge. Und doch liebe ich es immer wieder aufs Neue. Weil dahinter eine unheimliche Kraft steckt. Wenn man sich wagt auf das „noch“ Unbekannte einzulassen. Und mit Neugier dem entgegenblickt, was anstelle vom Alten entstehen kann.

Das mit dem Loslassen auch Ängste aufkommen ist völlig normal. Denn du weisst ja nicht, wie es nachher weitergeht. Jedoch finde ich, wenn du dich nur noch an etwas festhältst, weil es gerade mal bequem ist, dann solltest du dich echt hinterfragen, ob es das noch Wert ist. Wenn du dich sogar schon für eine Sache verbiegen musst, dann ist es höchste Zeit, dich zu verabschieden.

Ich kann dieses Gefühl von Unbehagen, Verbiegen oder dem unterdrücken von meinen Bedürfnissen nicht ausstehen. Das war schlussendlich immer mein innerer Indikator dafür, dass etwas nicht mehr stimmt. Natürlich musst du nichts loslassen, wo noch eine Veränderung möglich ist. Aber ich spreche hier nicht von diesen Situationen. Sondern von denen, wo es eindeutig ist. Und du nur noch bleibst, weil es bequem ist. Das Gewohnheitstier mutiert in solchen Lebensphasen leider ungewollt zu unserem Krafttier.

So, du getraust dich also nicht. Was macht das mit dir? Wie fühlst du dich mal ganz unter uns gesagt dabei? Beschiessen oder? Aber du reisst dich trotzdem immer wieder aufs Neue zusammen und versuchst etwas aufrecht zu erhalten, was schon lange seine Blüten und sogar Blätter verloren hat. Ist da wirklich noch Leben in der Pflanze? Wieder einmal kann ich hier nur den Ausdruck völlig bekloppt verwenden. Wir ticken aber so!

Und warum? Weil dir schon früh Angst gemacht wurde, dass ohne Sicherheit gar nichts geht. Das es viel zu unsicher ist und du ja nicht weisst, wie es schlussendlich herauskommt. „Jetzt stell dich nicht so an, anderen geht es genauso.“ „Ja, da musst du jetzt durch“. „Nein das würde ich nicht machen, das ist viel zu unsicher“. „Besser etwas aushalten, als gar nichts haben“. Es gibt hier noch viele Sätze, die du sicherlich auch schon gehört hast. Aber sie gelten nicht für dich. Denn du bist dein eigener „Bestimmer“. Und nein, du musst da nicht durch. Und ja, du weisst nicht was nachher genau kommt. Aber wenn du es nicht wagst, dann wirst du nie wissen, wie es hätte sein können. Willst du dir diese Frage am Ende deines Lebens wirklich stellen müssen? Ich sicherlich nicht!

Solange du an etwas festhältst, von dem du genau weisst, dass es so nicht mehr gut ist und dir auch nicht mehr gut tut. Dann musst DU aktiv werden. Dann musst du dich getrauen über den Tellerrand hinauszublicken, in die unendliche Weite der Möglichkeiten. Und du musst in erster Linie auf deine Gefühle, dein Empfinden und deine körperlichen Reaktionen vertrauen. Getraue dich authentisch zu sein. Dann schreit es förmlich nach etwas Neuem in dir.

Da kommt mir ein wunderbares Beispiel von mir in den Sinn. Ich war in einem Anstellungsverhältnis mit einem echt cholerischen Chef. Er war nicht mal mein richtiger Chef, aber er benahm sich so. Diverse Ausraster gehörten für ihn zum normalen Tagesablauf und dabei liess er seinen Frust immer an einer anderen Person aus. Ich habe mir echt viel bieten lassen, ganze drei Jahre lang. Mann, wie beschränkt war ich damals. Dabei habe ich mich immer wieder klein gemacht und kein Pieps gesagt. Ich hätte ja sonst die Stelle verloren. Obwohl es in mir brodelte und absolut gegen meine persönlichen Werte ging. Doch dann kam irgendwann doch noch das letzte Tröpfchen auf den heissen Stein. Als er mir verboten hatte zum Zahnarzt zu gehen. Tja, am nächsten Tag hatte die Firma endlich meine Kündigung auf dem Tisch. Obwohl ich keine neue Stelle hatte. Das kostete mich enorm viel Mut. Rückblickend würde ich nie mehr etwas so lange aushalten. Und weisst du was, ich wurde mit einem richtig guten, neuen Job beschenkt in einem super Team. Wo wirklich alles stimmte. Deshalb, vertrau auf dein Empfinden, sei authentisch und bleib dir selber treu.

Oder nimm dir jetzt das Beispiel von der Natur zu Herzen. Was passiert jeden Herbst? Richtig, die Blätter fallen von den Bäumen. Da ist dieser Prozess wunderbar zu erkennen. Und was passiert im Frühling? Auch das ist richtig, die Blätter erblühen in neuer Frische und mit einer unheimlichen Kraft. Die Natur ist sich diesem Prozess völlig bewusst und lässt sich darauf ein. Weil aus allem was nicht mehr ist, etwas Neues entstehen kann. Ein ewiger Kreislauf der Evolution.

Und genauso ist es mit deinem Leben. Lass los, was dich nicht mehr glücklich macht. Lass los, was du nicht mehr brauchst. Lass los, was dir nicht gut tut. Lass los, was dich nicht erfüllt. Und lass um Himmels Willen los, was du nicht aus tiefstem Herzen machst. Und du wirst sicherlich beschenkt. Mit etwas Neuem und mit etwas, dass besser zu dir passt. Und das Gefühl danach ist einfach wie eine Neugeburt. Ja, ich kann es nicht anders beschreiben. Frei, leicht, kraftvoll und du bist dir selbst treu geblieben. Du bist für deine Ideale und Werte eingestanden. Und du weisst in Zukunft, dass du es kannst. Und dass du immer die Wahl hast.

Tauchen dabei Ängste, Zweifel und Unsicherheit auf, dann stellt dich das Leben doppelt auf die Probe. Und du kannst garantiert sicher sein, dass es ein Weckruf an dich ist. Dahinter verbirgt sich immer das Potenzial zu innerlichem Wachstum. Getrau dich, deine Blockaden zu lösen. Mut ist der erste Schritt zu einer positiven Veränderung.