Nimmst du deine Gefühle wahr oder verdrängst du sie?

Erst wenn du sie annimmst, werden sie dich befreien.

Nimm dir ein paar Minuten bewusst Zeit für diese Frage. Vermutlich wirst du zum Schluss kommen, dass du die positiven Gefühle sehr gerne wahrnimmst, die negativen wohl eher nicht.

Warum ist das so? Möglicherweise hast du ganz früh gelernt, dass es sich nicht gehört negative Gefühle zu äussern. Wie z.B. Angst, Wut, Trauer, Scham und so weiter. Denn daran erkennst du, dass etwas nicht stimmig ist. Und du könntest dazu noch dein Gesicht verlieren. Zweitens fordern dich negative Gefühle heraus. Grösstenteils haben wir nicht gelernt damit umzugehen. Du spürst, dass es etwas mit dir macht, dass dir unangenehm ist.

Mach mal einen kurzen Rückblick in deine Kindheit. Was ist auf dem Schulhof passiert, wenn ein Kind geweint hat? Genau, die meisten haben lautstark gelacht und sich das Maul darüber zer-rissen. Ein paar wenige haben vielleicht Mitgefühl gezeigt. Kinder sind ganz schön grausam. Wo haben sie das gelernt? Grösstenteils zu Hause. Weil dort negative Gefühle nicht willkommen waren. «Jetzt tue nöd so zimperlig». Oder sie in solchen Momenten keine Zuwendung und Unterstützung erhalten haben. Kein Kind kommt mit Argwohn auf die Welt, sondern mit reiner Liebe.

Stell dir mal vor dein Kind hat an der Migros Kasse einen «Täubeli-Anfall». Für viele Mütter ein Graus. Ja ich gebe zu, dass muss vermutlich eine peinliche und nervenaufreibende Herausfor-derung sein. So schnell wie möglich bezahlen und die Migros mit gesenktem Kopf verlassen. Und dabei das Kind schelten: «Jetzt tue nöd so dumm, suscht gömer grad nöd in Kinderzoo». So, und in solch einem möglichen Beispiel hast du den Salat. Du lernst allmählich, dass diese Gefühle nicht zum Ausdruck kommen dürfen. Und oben drauf lernst du noch, dass du nur belohnt wirst, wenn du angepasst bist. Liebe gekoppelt an Bedingungen. Ja wo sollen sie dann bitte schön hin, diese negativen Gefühle? Kein Wunder ist es da später schwer, deine negativen Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Ja sogar noch zu äussern. Ui, das ist dann schon die Königsklasse. Da kommt in mir die Frage auf, könnte das sogar ein Beziehungskiller sein? Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Also mal ganz ehrlich, wir alle haben doch einen Stock im …, wenn es darum geht unsere Gefühle zu äussern. Manchen fällt es ja schon schwer «Ich liebe dich» zu sagen. Warum? Weil du dann etwas von dir Preis gibst. «Ohalätz» jetzt weiss der andere wie ich empfinde. Ja, jetzt bin ich ein Stück weit auch verwundbar. Aber lieber so als ständig eine Maske aufrecht zu erhalten, die gegen das Innere spricht. Nur das ich äusserst COOL wirke. Pffff … Schmalzlocke auch du kommst früher oder später noch darauf.

Das Empfinden von Gefühlen ist eine ganz natürliche Veranlagung. Genauso wie du einen Schmerz am Körper spürst, wenn du in eine Scherbe trittst. Es ist ein Warnsignal. Und warum sonst hätten wir ein Herz? Ja klar, damit wir leben, aber es hat noch eine weitaus grössere Funktion. Es ist DEIN Gefühlsbarometer!! Deine Gefühle sagen dir wie du dich bei etwas fühlst. Sie möchten dir etwas aufzeigen. Dir etwas beibringen über dich selbst. Damit du dich selbst besser kennen lernst. Und ja, auch negative Gefühle gehören nun mal dazu. Mir ist auch klar, dass ich diese nicht in aller Öffentlichkeit versprühe. Aber gib deinen Gefühlen einen Platz und lerne auf sie zu hören.

Aber nein, du überdeckt sie dann lieber mit dem Verstand. Ja der liebe Verstand mit dem so grossen Verständnis für dich selbst. Ich höre lieber auf meine Gefühle als auf meinen Verstand. Natürlich nicht bei allem. Der Verstand ist schon auch zu etwas gut. Aber die Gefühle kommen aus meinem Herzen. Du kannst sicher sein, dass dein Herz dich nicht in die Irre führen wird. Aber du musst den Mut und das Vertrauen haben auf deine Gefühle zu hören. Dein Verstand wird dir sicherlich ganz viele Streiche dabei spielen. Aber du hast auch gelernt zu Laufen. Also nutze auch diese Fähigkeit in dir. Und stell dich den Gefühlen in dir. Nutze sie zum Positiven für dich. Auch wenn der Anfang schmerzlich sein kann, so ist das Ende ein offenes, leichtes und beflügelndes Gefühl. Verwandle deine Schwäche in deine Stärke.

Mach dein Herz auf und lass die Sonne rein. Dazu musst du nicht Stunden lang deine Gefühle analysieren, aber schenk ihnen etwas mehr Beachtung. Nimm sie wahr und sprich sie mal als erste Übung für dich aus. Deine Gefühle werden dich nicht übermannen, ausser du gibst ihnen keinen Raum.

  • Und ja, du darfst traurig sein!
  • Und ja, du darfst wütend sein!
  • Und ja, du darfst frustriert sein!
  • Und ja, du darfst unanständig sein!
  • Und ja, du darfst gereizt sein!

Verschaff dir mal ein bisschen Luft. Viel Spass dabei!

 

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